Volksschule Lackendorf

Geschichte

In der Pfarrchronik ist erwähnt, dass Lackendorf im Jahre 1838 seine erste Schule erhielt. Zur Vorgeschichte sei folgendes zu vermerken:

Die Kinder von Lackendorf, deren Muttersprache kroatisch war, mussten in die deutsche Pfarrschule nach Unterfrauenhaid gehen, wo sie natürlich wenig lernten, da sie wöchentlich nur zwei Stunden Unterricht in ihrer Muttersprache erhielten. Dieser Umstand bewog die Ortsväter endlich eine eigene Ortsschule zu errichten, zu deren Leiter der damalige Gemeindenotar Mathias Fertschak bestellt wurde. Aber dieses Vorhaben stieß zuerst auf den Widerstand des Lehrers in Unterfrauenhaid, der sich dadurch in seinem Einkommen geschmälert fühlte. Auch die kirchliche Behörde stellte sich auf den Standpunkt, es wäre angezeigter eine volksreiche Schule als zwei Zwergschulen, deren Lehrer schwer zu erhalten wären. Nun hat Lackendorf seinem Lehrer doppeltes Einkommen gesichert, das des Notars und das des Kantorlehrers. Und so wurde die Stelle gegen den Willen der Kirchenbehörde, aber stillschweigend mit Zustimmung des Stuhlrichteramtes gutgeheissen.

Aus dieser Ausführung ist zu entnehmen, dass das Baujahr der Schule mit 1854 anzunehmen ist. Erbauer war die Kultusgemeinde. Im Schulgebäude waren eine Wohnung mit Küche und zwei Zimmer für den Kantor und ein Klassenzimmer untergebracht.

Die Schule wurde bis 1919 einklassig geführt. Nach dem ersten Weltkrieg stieg die Schülerzahl stark an, und im Jahr 1926 besuchten bereits 146 Kinder die Schule. Es war daher ein brennendes Problem der Gemeindeherren, eine zweite Klasse zu bauen. Diese wurde während des Sommers 1928 gebaut und von Pfarrer Dolezal eingeweiht. 1940 wurde die erste Klasse zu einem Kindergarten umgestaltet.

Die Kriegswirren des 2. Weltkrieges wirken sich auf die Schule verheerend aus. Die Schule und der Kindergarten wurden vollständig ausgeplündert. Der desolate Zustand der Klassen brachte es mit sich, dass sich die Gemeindeväter für einen Neubau der Schule entschlossen.

In den letzten Jahren, seit Lackendorf wieder eine eigene Gemeinde geworden ist, hat sie sehr viel in die Schule investiert. Das Dach wurde neu gedeckt, neue Fenster wurden angebracht, der Fussboden neu gelegt, die Aussenfassade erneuert und neue Bänke und Sessel gekauft. Die Schule ist zu einem Schmuckkästchen der Gemeinde geworden.

Den gesamten Text finden Sie im Gemeindearchiv.